By Stefaan Ghijs

Ein Flugzeug zu besitzen und zu betreiben kann sehr kostspielig sein. Bei der Zusammenarbeit mit unseren Kunden erhalten wir deshalb oft die Frage, ob wir Möglichkeiten kennen, einen ROI (Return of Investment) für ihre neuen Anlagen zu erzielen. In der Tat gibt es verschiedene Optionen, die jedoch von verschiedenen Faktoren abhängen. (Heimatbasis, Flugzeugtyp, Reichweite, Kabinenauslegung usw.) Die wichtigste betrifft die Frage, wie viel „Restzeit“ mit Ihrem Flugzeug zur Verfügung steht. Kurz gesagt, wie viele Tage neben Ihrem eigenen Flugplan würde das Flugzeug ohne Flüge in Ihrem Hangar stehen. Je höher die Verfügbarkeit Ihres Flugzeugs ist, desto mehr kann es von externen Parteien genutzt werden, wodurch ein ROI generiert werden kann.

Die Möglichkeiten, einen Kapitalertrag (ROI) für Ihr Flugzeug zu generieren, sind vielfältig, deshalb beschreiben wir Ihnen hier die gängigsten 3 Versionen.  

Mieten

Die Vermietung Ihres Flugzeugs erfolgt meist durch Besitzer einmotoriger Flugzeuge, die ihre Betriebskosten senken wollen. Dies birgt jedoch das Risiko, dass die Mieter Ihr Flugzeug nicht so behandeln wie Sie selbst. Wir haben sogar Fälle erlebt, in denen Mieter die Turmfrequenz auf den Ledersitz neben sich geschrieben haben, weil sie kein Papier dabeihatten! 

Die Vermietung sollte grundsätzlich für beide Seiten vorteilhaft sein, aber das ist leider nicht immer gegeben. Auf der einen Seite sparen Sie auf diese Weise zwar Betriebskosten, auf der anderen Seite besteht aber auch die Gefahr, dass Sie mehr Kosten haben, weil die Mieter das Flugzeug nicht so nutzen, wie Sie es tun würden.  Ein einfacher Blick auf Mietautos nach einer Mietperiode sagt schon genug darüber aus, wie man über das Mieten eines Wirtschaftsguts denkt.

Flugzeug-Charter 

Wenn Sie Eigentümer eines Privatjets sind, besteht die Möglichkeit, Ihr Flugzeug in das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) eines Charterunternehmens einzutragen. Dieses ‘Air Operator’s Certificate’ (AOC) ist eine von der nationalen Luftfahrtbehörde erteilte Genehmigung, die es einem Betreiber erlaubt, ein Flugzeug für kommerzielle Zwecke zu nutzen. Sie können Ihr Flugzeug in das AOC aufnehmen und dann dürfen sie mit Ihrem Flugzeug kommerzielle Flüge durchführen, was für Sie als Eigentümer einen Kapitalertrag (ROI) generiert.

Bedenken Sie jedoch, dass Sie dem Betreiber eine Einführungsgebühr zahlen müssen, weil er Ihr Flugzeug in sein Luftverkehrsbetreiberzeugnis (und in die CAMO) aufnehmen und in seinem Unternehmen einführen muss; darüber hinaus zahlen Sie eine monatliche Gebühr, da er Ihr Flugzeug verwaltet. Der Betreiber kümmert sich um die Besatzung, die Ausbildung usw. So würden Sie z.B. für eine Cessna Citation CJ1 ca. 3.000,00€/ 3.500,00€ pro Monat bezahlen und selbst dann kann der Betreiber keine Flugzeiten auf Ihrem Flugzeug garantieren.

Bevor Sie sich also an einen Betreiber binden, sollten Sie einen Blick auf dessen bestehende Flotte werfen. Wenn Sie eine Cessna Citation CJ1 zu einem Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) hinzufügen möchten, diese aber bereits 3 Flugzeuge hat, dann besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Flugzeug nicht viel genutzt wird.  Die meisten Betreiber ziehen es nämlich vor, zuerst ihre eigenen Flugzeuge (die sich nicht im Besitz eines Dritten befinden) einzusetzen, da der Gewinn mit ihrer eigenen Flotte größer ist. 

Anteilseigentum (Fractional Ownership) 

Es gibt mehrere Unternehmen, die unterschiedliche Arten von Fractional Ownership-Programmen anbieten. Diese Gesellschaften mit Anteilseigentum bieten keine kommerziellen Flüge an, sondern führen Flüge nach privaten Vorschriften durch. Nicht alle Betreiber akzeptieren alle Flugzeugtypen in ihrer Flotte, stattdessen gibt es mehrere Betreiber, die eine Flugzeugflotte mit nur einem Modell betreiben. Beispielsweise verfügen einige Betreiber lediglich über eine Flotte von Pilatus PC12, Piper PA46 und Cirrus SR22. Diese Betreiber mit nur einem Flugzeugtyp haben aber eines gemeinsam, nämlich die Skalierbarkeit. Da es mehrere verschiedene Fractional Ownership-Programme/Firmen gibt, sind auch die Anforderungen sehr unterschiedlich. Am besten ist es, sich nach einem Teileigentumsunternehmen umzusehen, das am besten zu Ihrem Flugzeugtyp und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.

Sie sehen also, es gibt verschiedene Wege, um einen Teil der Kosten für Ihr Flugzeug zurückzuerhalten. Überprüfen Sie also die Zahlen und sehen Sie, ob der ROI auch für Sie von Vorteil wäre.